Wir leben mit der Angst! 
Honduranische JounalistInnen
zwischen Arbeitsalltag und Todesdrohungen

Auch drei Jahr nach dem Putsch hat sich die Menschenrechtssituation in Honduras nicht verbessert. Neben VertreterInnen der sozialen Bewegungen trifft es besonders JournalistInnen und andere Medienschaffende. Mindestens 24 wurden seit 2009 ermordet, keiner dieser Morde wurde jemals aufgeklärt. bereits 2010 erklärte die internationale NGO "Reporter ohne Grenzen" Honduras zum weltweit gefährlichsten Land für JournalistInnen. Auch Frank La Rue UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit, kritisierte 2012 die allgemeine Straflosigkeit und die verbreiteten Todesdrohungen, beides schaffe ein Klima der Angst. Doch kritische JournalistInnen und RadiomacherInnen der sozialen Bewegungen lassen sich ihr Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nehmen. Einer von Ihnen ist der Radiosjournalist Felix Molina. Bereits direkt nach dem Staatsstreich hatte er den Mut, den Putsch als solchen zu bezeichnen, was in jenen Tagen lebensgefährlich war. Heute ist er Moderator und Produzent des Programms Resistencia (Widerstand), ein oppositionelles Radioprogramm für Nachrichten und politische Analysen, das täglich auf Radio Globo ausgestrahlt wird. Felix Molina reist durch ganz Honduras, um Menschen zu interviewen, die den politischen Widerstand in den Gemeinden organisieren, und die von anderen Nachrichtenredaktionen allzu oft ignoriert werden. Wegen seiner engagierten Arbeit erhält er regelmäßig Todesdrohungen. Für seine Arbeit wird Felix Molina 2012 mit dem US-amerikanischen Samuel Chavkin Prize für Integrität im Lateinamerikanischen Journalismus geehrt. 

Eine Podiumsdiskussion im taz Cafe, Rudi Dutschke Str. 23, Dienstag 20.11.2012 um 19 Uhr mit: 
Felix Molina (Radio Globo / Honduras), Jutta Blume (Mitglied der Journalistinnen Delegation 2012) und Dr. Michael Rediske (Vorstandssprecher Reporter ohne Grenzen e.V.) moderiert von Erika Harzer (Autorin und Dokumentarfilmerin).